Erwünschte und unerwünschte Solidarität…

Wir möchten uns noch einmal für die großartige Solidarität bedanken, die wir seit dem Urteil gestern bekommen haben! Wir bedanken uns bei allen, die uns gemailt oder angerufen haben, solidarische Kommentare im Internet gepostet haben, Kuchen gebacken haben, uns verlinkt haben, gerade dabei sind, Prozeßkostenspenden einzuwerben oder uns anderweitig unterstützt haben! Wir sind ganz geflasht von den vielen solidarischen Reaktionen!

Leider mußten wir aber auch feststellen, daß auch einige Rassist_Innen sich über die Aktion am Rande der propalästinensischen Demo gefreut haben und sich „solidarisch“ erklären möchten. Unter anderem gibt es einen Bericht auf dem notorisch rassistischen Blog PI-News, das hauptsächlich dafür bekannt ist, Migrant_Innen eine erhöhte Kriminalitätsneigung zu unterstellen und gelegentlich Nazi-Blättchen wie die Junge Freiheit zu verlinken. Auch ließen einige Posts in den Kommentarspalten der über den Prozeß berichtenden Medien darauf schließen, daß es den Schreiber_Innen weniger um den Kampf gegen Antisemitismus als um den Kampf gegen Migrant_Innen geht.

Daher möchten wir einige Dinge noch einmal klarstellen: Unsere Solidarität mit Israel verstehen wir als Bestandteil eines konsequenten Antifaschismus. Als Antifaschist_Innen und Antirassist_Innen wenden wir uns gegen jeden (!) Antisemitismus – egal, ob er von herkömmlichen Nazis geäußert wird oder von Migrant_Innen. Gleichzeitig wenden wir uns aber auch gegen jeden Rassismus und treten für ein Bleiberecht für alle Migrant_Innen ein, die ihre Herkunftsländer aus ökonomischen Gründen, wegen politischer und/oder religiöser Verfolgung, Kriegen oder aus welchen Gründen auch immer verlassen haben und in Deutschland leben möchten. Mit Leuten, deren „Israelsolidarität“ sich auf die Ablehnung von Migrant_Innen mit muslimischen Hintergrund beschränkt, möchten wir nichts zu tun haben!

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